
In einem Kinofilm von 1994 findet Mitch Robbins (Billy Crystal) in der Hutkrempe des verstorbenen Cowboys Curly eine Schatzkarte, nachdem ihm dieser im Traum als Geist erschienen war. Natürlich spricht sich die Neuigkeit sofort herum, und schon beginnt eine wilde Jagd nach der Karte. Der Titel, den dieser Film im deutschen Verleih trägt, heißt: „Die goldenen Jungs“.
Auch in unserer Stadt kennt man die Goldenen Jungs: eine Gruppe von Geschäftsleuten und Medienschaffenden, allesamt zwischen 25 und 45 Jahre alt, aus Köln und mittlerweile aus ganz Deutschland. In den tollen Tagen sind sie rund um die Uhr im Einsatz, ziehen in ihren goldenen Anzügen mit Rüschenkragen von einer Feier zur nächsten und glänzen wie vergoldete Michelin-Männchen. Ihre Karnevalspartys, die Galaveranstaltungen oder die Logenplätze am Rosenmontagszug sind längst kein Geheimtipp mehr: Auch bei der rheinischen Variante der Goldenen Jungs sind die Karten ein heiß begehrter Schatz. Unter dem Titel „Was zeichnet erfolgreiche Menschen aus?“ fragte eine renommierte Zeitschrift kürzlich ihre Leser und prägte dabei ebenfalls den Begriff „Goldene Jungs“. Antwort: Sie hätten „Ehrgeiz“, zeigten „Mut und Beharrlichkeit, Wille zum Aufstieg, Lernfähigkeit und Durchhaltevermögen.“ Exakt diese Eigenschaften schreiben sich die Kölner Jungs zu – aber mit dem kleinen Unterschied, dass sie auch goldene Herzen haben und als Rheinländer dem Karneval eng verbunden sind. Abgesehen davon, dass sie sehr erfolgreich sind, machen sie durch Benefizveranstaltungen von sich reden, vornehmlich für Kinder in Not. Dabei kommt ihnen nicht nur die Popularität ihrer Veranstaltungen zugute: Als erfolgreiche Macher kennen sie die richtigen Leute und nutzen bewusst die Verbindungen in ihrem beruflichen Netzwerk, um dort in persönlichen Gesprächen den Geist der guten Sache zu verbreiten. Und wenn ihnen das besonders gut gelingt, steht es auch wieder in der Zeitung.

